Die Suchoj Su-9 im Maßstab 1:72 - Autor: Ralf Martin

Im Jahre 1953 begann im OKB Suchoj die Entwicklung einer neuen Kampfflugzeugreihe, deren erste beiden Prototypen S-1 zur Su-7B (Fitter) mit Pfeilflügeln und T-3 zur Su-9B mit Deltatragwerk führte.(Achtung, Verwechslungsgefahr! Es gab auch noch eine als Su-9 bezeichnete Maschine, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Messerschmitt Me-262 hatte.) Die Su-9B war als Allwetterabfangjäger konzipiert und die T-3, noch mit ungeregeltem Lufteinlauf, flog 1956 erstmalig. An verschiedenen Prototypen wurden Varianten der Radarunterbringung und der Lufteinlaufregulierung getestet, ehe man sich für einen verschiebbaren zentralen Diffusor entschied, wie er später z.B. auch an der MiG-21 verwendet wurde. In einem weiteren Prototyp (T-49) testete man ein leistungsfähigeres Radar, was später zu der der Su-9B sehr ähnlichen Su-11 führte. 1959 ging die Su-9B in Serie und wurde bei der Luftverteidigung der UdSSR eingesetzt, bis sie durch die Su-11 und Su-15/21 abgelöst wurde.

Bewaffnet war die Su-9B mit 4 Luft-Luft-Raketen RS-2US (AA-1"Alkali"). Eine unbewaffnete Rekordversion errang einige Höhen- und Geschwindigkeitsrekorde in verschiedenen Klassen.

Zeitgenossen:

Zu der Vielzahl an westlichen Flugzeugen der Generation, in die die Su-9B gehört, zählen z.B. die E.E. "Canberra", Vickers "Valiant", Hawker "Hunter", Gloster "Javelin", H.P. "Victor", Avro "Vulcan", Convair B-58 "Hustler",Convair F-102 "Delta Dagger",Lockheed F-104 "Starfighter",McDonnel F-101 "Voodoo", N.A. F-100 "Super Sabre",Republic F-105 "Thunderchief", Boeing B-52 "Stratofortress",Dassault "Mystere", S.O.4050 "Vautour" und noch viele andere.

Technische Daten: Spannweite: 8,54 m Triebwerk: 1x Ljulka Al-7F-1 mit 94,08 kN Schub Länge: 18,47 m Schleudersitz KS-3 Max.Geschw.: 2120 km/h Gipfelhöhe: 20100 m Reichweite: 900 km

Das Modell:

Su-9Von der Su-9B gab es früher nur ein sehr teueres Modell der Firma "Leoman". Seit einiger Zeit ist ein russisches Modell, auch von der tschechischen Firma "Cooperativa" vertrieben, zu einem vernünftigen Preis erhältlich. Die Ausgabe von Cooperativa soll hier besprochen werden. Su-9 Das Modell macht im ersten Moment mit seinen sauber gedruckten Abziehbildern und den zugefügten Ätzteilen einen hervorragenden Eindruck, beim Bau zeigen sich jedoch Schwächen in der Paßgenauigkeit, die umfangreiche Spachtelarbeiten erforderlich machen. Leider standen mir die sehr guten Unterlagen über die Su-9B in der tschechischen Zeitschrift ZLINEK erst zur Verfügung, als der Rohbau inklusive Cockpit (besteht im Bausatz z.B. aus 13 Teilen, dabei Fotoätzinstrumentenbrett mit s/w Dianegativ) bereits vollendet waren, so dass nur noch wenige Korrekturen möglich waren. So ist leider der Bugbereich um satte 7 mm zu kurz, während die restliche Geometrie sehr gut stimmt. Die Räder sind etwas zu groß und die Raketen etwas zu kurz, aber an beidem habe ich nichts geändert. Su-9 Außer der Öffnung der Bugluftklappen.(sind in meinem Modell leider nach außen öffnend dargestellt, da ich sie vergessen hatte, in Wahrheit öffnen sie nach innen...) und Luftbremsen (ist im Bausatz vorgesehen, aber in der recht knappen Bauanleitung nicht sehr klar dargestellt) sowie Verfeinerungen am Cockpit (kann offen oder geschlossen gebaut werden) sowie Ergänzung einiger Sensoren, Lufthutzen, und des Schleifsporns ist das Modell aus dem Kasten gebaut. Dabei macht sich besonders die Verwendung der photogeätzten Abluftklappen am Rumpf sehr gut. Weitere Ätzteile liegen zur Verfeinerung des Bugradfahrwerks, der Fahrwerksklappen und einiger Antennen bei. Su-9 Im Ergebnis erhält man einen doch recht exotischen, schlichten und trotzdem eindrucksvollen Vogel.

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