Die IA-58 Pucara im Maßstab 1:72 - Autor: Thomas Moll

Geschichtliches

Benannt nach einer südamerikanischen Festungsart, ist die Pucara eine Eigenentwicklung der argentinischen Luftfahrtindustrie. Vergleichbar mit der OV-10 Bronco, aber ohne deren Transportkapazität, flog sie erstmalig 1969.

Die Indienststellung folgte dann 1975. Allgemeiner bekannt wurde sie 1982 durch die Teilnahme am Falklandkrieg. Eine Reihe von Maschinen wurde von den Briten sowohl am Boden als auch in der Luft zerstört.

Ob die wenigen nach Uruguay, Venezuela, Kolumbien und Sri Lanka exportierten Exemplare noch im Dienst sind, lässt sich nicht sicher feststellen. Argentinien selbst unterhält noch eine Flotte von etwa 30 Maschinen bei insgesamt 108 gebauten Stück.

Pucara Pucara
Pucara Pucara

Das Modell

Zur Freude besonders der argentinischen und britischen Modellbauer erschien Ende 2003 ein Bausatz dieses exotischen Vogels.

Nach den mir vorliegenden Informationen gibt es an der Naturtreue nur wenig auszusetzen, siehe die Besprechung dazu im Internet-Modeler 1/04.

Es gibt allerdings einige wichtige Punkte zu beachten:

Ändern sollte man die Rückenflosse, sie hat fälschlich die gleiche Dicke wie das Seitenleitwerk. Also raussägen und durch dünneres Sheet ersetzen, das geht ohne grossen Aufwand. Die Tragflächen sind, wie so oft bei Kleinserienmodellen in 1:72, viel zu dick. Ich habe sie von innen um etwa 30% dünner geschliffen. Man bekommt dann aber Probleme mit dem Anschluss an Rumpf und Motorgondeln. Ob man diese nicht leichte Korrektur vornimmt, sollte man sich entsprechend seiner Fähigkeiten vorher gut überlegen.

Weiterhin habe ich die Haube getrennt, um sie geöffnet darzustellen. Dies bietet sich zwingend an, da das Cockpit durch Ätz-und Resinteile sehr gut detailliert ist. Eigentlich zu gut: Manche Teile sind dermassen klein, dass sie selbst mit einer feinen Pinzette kaum zu greifen sind. Man kann auf diese Teilchen getrost verzichten.

Ärgerlich finde ich, dass die Waffenstation unter dem Rumpf einfach weggelassen (vergessen?) wurde, obwohl sie auf allen mir bekannten Bildern mitgeführt wird. Die Station habe ich in "Scratch" nachgebaut und mit einem vorbildähnlichen Tank behängt. Aussenlasten fehlen nämlich völlig.

Bei der Lackierung kann man zwischen Tarnschemen aus dem Falklandkrieg und Naturaluminium wählen. Die aktuellen Maschinen tragen keinen Sichtschutz, haben aber vermutlich einen silbergrauen Korrosionsschutz (anodic grey?) in unterschiedlichen Schattierungen ähnlich wie Aluminiumpaneele von unlackierten Oberflächen. Ich habe diesen Effekt mit einer Mischung aus Grau und Silber darzustellen versucht.

Pucara

Ungewöhnlich, aber richtig, ist die blassgrüne Farbgebung derFahrwerksstreben. Schliesslich stellt das Aufbringen der Decals kein Problem dar. Sie sind sehr dünn und damit anpassungsfähig. Bei meinem Modell war nicht einmal eine farblose Endlackierung nötig.

Fazit

Mit der erwähnten Nacharbeit kann man eine schöne Replik dieses technisch weniger, aber dafür optisch um so interessanteren Flugzeugs darstellen.

Pucara