Focke Wulf FW-190 A-7 im Maßstab 1:48 - Autor: Oliver Peissl

Original

Die Hauptkonstruktion der Focke Wulf 190 stammt von Kurt Tank, jedoch fanden die Feinarbeiten der Konstruktion unter der Leitung seines Assistenten Oberingenieur R. Blaser statt. Der Entwicklungsauftrag wurde vom RLM (Reichsluftfahrtministerium) im Frühjahr 1937 an Focke Wulf gegeben. Hierbei sollte ein Jagdeinsitzer zur Ergänzung der Bf 109 entwickelt werden. Als Motoren standen wahlweise der DB 601 oder der BMW 139 zur Verfügung. Letzterer erhielt den Vorzug, da er ein höheres Entwicklungspotential besaß. Die Entscheidung zum Sternmotor, weg vom flüssig gekühlten Reihenmotor, wurde von Ernst Udet (Generalluftzeugmeister) selbst befürwortet, da ein luftgekühlter Doppelsternmotor eine höhere Beschussunempfindlichkeit erwarten lies. Der BMW 139 bestand aus 2 BMW 132 Triebwerken, die auf dem 1926 in den USA bei Pratt & Whitney gebauten Hornet Motor beruhen. Dieser hatte 18 Zylinder und einen Hubraum von 55,4 l, welcher 1938 eine Leistung von etwa 1550 PS erreichte. Die FW 190 wurde als Verfolgungs-Jagdeinsitzer entworfen, der folgende, Bedingungen erfüllen sollte. 1. sehr kurze Herstellungszeiten infolge eines einfachen Aufbaus im Großserienbau 2. größtmögliche Betriebssicherheit durch Fortfall der Flüssigkühlung 3. leichte Wartungsmöglichkeiten durch gute Zugänglichkeit der gesamten Motoranlage und Ausrüstung 4. guter Schutz des Flugzeugführers in den Hauptschussrichtungen Der Erstflug des Prototyps fand am 1.6.1939 in Bremen statt. Die FW 190 war auch das erste Flugzeug, bei dem man von der hydraulischen Steuerung aller Aggregate zu einer elektrischen Steuerung überging. Diese Umstellung auf elektrische Systeme wurde zuerst mit Skepsis betrachtet aber konnte doch alle Zweifler überzeugen. Die Steuerung umfasste Fahrwerk, Klappen, Verstellflossen u.s.w. In der langjährigen Einsatzkarriere der 190 kamen auch noch viele andere Motoren zum Einsatz. Vom anfänglichen BMW 801 über der DB 603 und den Jumo 213 war die folgerichtige Weiterentwicklung mit noch leistungsfähigeren Triebwerken geplant wie dem BMW 802, dem Jumo 222 oder sogar Strahltriebwerken. Dies scheiterte jedoch an der wirtschaftlichen Situation gegen Ende des Krieges. Die FW 190 erreichte in ihrer Einsatzkarriere eine ungewöhnliche Vielfalt in ihren Versionen. Vom normalen Jagdflugzeug über schwere Zerstörer, mit mehreren 30 mm Kanonen, führte der Weg bis zum Schwergepanzerten Sturm- und Erdkampfunterstützungsflugzeug und dem einsitzigen Allwetter- und Nachtjäger.

Fw 190 A-7

Die kurze Serienlaufbahn der A-7 begann Ende 1943. Von dieser wurden nur rund 80 Exemplare hergestellt. Als Funkausrüstung wurde das FuG 16ZY verwendet. Zur Erhöhung der Feuerkraft wurden die 2 MG 17 der Vorgängervariante A-6 vor dem Cockpit durch 2 MG 131 ersetzt. Die Gesamtbewaffnung bestand somit aus 2 MG 131 im Rumpf und 4 MG 151/20 in den Flügeln. Der Motor blieb der BMW 801 D-2 mit MW-50 Anlage. Es wurde außerdem das Bordnetz vereinfacht und ein besseres Reflexvisier das Revi 16b eingebaut. Bei einem Leergewicht von etwa 3000 kg lag die Abflugmasse je nach Rüstzustand zwischen 4215 und 4645 kg.

Bau

Qualitativ absolut im oberen Bereich ist dieser Bausatz mit farbigen Fotoätzteilen für ca. 30€ erhältlich. Ferner können hier die Rumpf- sowie Flügelwurzelbewaffnungen offen dargestellt werden. Will man dennoch mehr, kann man mit dem erhältlichen Eduardbogen (48556) den gesamten Motor, und Waffenbereich geöffnet darstellen sowie das Fahrwerk detaillieren. Das Cockpit ist dank der farbigen Ätzteile schnell zusammengebaut. Lediglich die Knebelmutter für die Gashebelfeststellung an der Backbordseite musste mit Hilfe von Plastiksheet ergänzt werden. Nach dem die Farbe, RLM 66 von Gunze-Sangyo lackiert, sowie die Ätzteile befestigt sind wird das Cockpit mit Ölfarben sowie Pastellkreide behandelt. Um die Uhren der Armaturen glänzend darzustellen, können diese noch mit Holzleim oder Microscales „Micro Kristal Klear“ bearbeitet werden. Der Zusammenbau der beiden Rumpfhälften sowie der Flügel bereitet dank der hervorragenden Passgenauigkeit keine Probleme. Nach studieren mehrerer Publikationen kann die Detaillierung des Fahrwerksbereiches sowie dem Waffenschacht der Flügelwurzelbewaffnung Backbordseits erfolgen. Im Fahrwerksbereich wird hierzu beidseitig ein einfaches Elektrokabel, etwa 7 cm lang, an ¾ der länge vom Mantel befreit und der Draht Gelb bemalt. Oberhalb der Kanonen muss anschließend ein Loch gebohrt werden, so dass die Mantelseite hier eingeklebt werden kann. Diese bis zum Fahrwerksholm zurechtgebogen um dahinter das freie Kabel bis etwa zum Hauptfahrwerkbein zu verlegen. Die weiteren Schritte folgen zwar erst nach dem Lackieren, da hier zuerst abgeklebt werden muss, jedoch wird dies bereits hier erläutert. Nach anbringen der Hauptfahrwerksbeine wird das Kabel nun vorbildgetreu verlegt. Der Waffenschacht wird nach anbringen der Eduardteile, wie auch der Fahrwerksschacht in RLM 02 lackiert. Die Verkabelungen sowie das MG151/20 sind aus der Grabbelkiste bzw. von Aires entnommen. Zu erwähnen ist hier noch, dass die Verkabelung, welche zusätzlich im Fahrwerksschacht angebracht wurde seinen Ursprung im Waffenschacht hat. Dies ist bei der Verkabelung unbedingt zu beachten und gleich wie im Fahrwerksschacht zu gestalten. Ferner sind die Auspuffrohre noch durch Aderendülsen ersetzt worden. Diese sind vorbildgetreu zurechtgebogen und anschließend an den dafür vorhergesehenen Stellen befestigt. Die Fw 190 A-8 hatte leichte Veränderungen im Vergleich zur A-7. Jedoch wurden diese nach und nach verbessert wodurch letztendlich diese Verbesserungen in der A-8 serienmäßig eingebaut waren. Äußerliche Veränderungen waren das nach außen verlegte Staurohr, ein zusätzlicher Tank für Notleistung (GM1) erkennbar durch eine Tankklappe hinter dem Cockpitbereich, das FuG 16 ZY (Peitschenantenne) sowie eine Schießkamera an der Backbordseite zwischen den Flügel-MGs. Die hier dargestellte Maschine lässt sich lediglich am Aufnahmedatum als Fw 190 A-7 erkennen, denn das Staurohr sitz auch hier, wie bei der A-8, schon außen. Einzig ein Foto des Rumpfbereiches belegt diese als A-7, da hier keine Tankklappe für die GM1 Einspritzung vorhanden ist. Diese äußerlichen Veränderungen sind schnell umgesetzt und mit einfachen Handgriffen wie verspachteln und schleifen zu ermöglichen. Vor dem Lackieren wird das gesamte Modell noch mit Fließ behandelt um der später aufzutragende Farbe eine höhere Adhäsionskraft zu ermöglichen.

Lackierung

Diese Fw 190 A-7 stellt die persönliche Maschine des Staffelkapitäns der 1./JG1 Hauptmann Alfred Grislawski vom Januar 1944 dar. Laut Vorbildmaterial war die Maschine in den Standartfarben RLM 74,75 und 76 lackiert. Ein Sichtschutz an der Rumpfseite war, Bildern zufolge, kaum vorhanden. Lediglich am Leitwerk hatte diese vermehrte Tarnflecken. Ungewöhnlich für eine Maschine der Reichsverteidigung sind die gelben Flügelspitzenunterseiten. Auffallend ist ebenso, dass die Motorunterseite auf den schwarz-weiß Bildern sehr dunkel ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Gelbton einen Rotstich hatte. Bevor jedoch mit den eigentlichen Lackierarbeiten begonnen wird, ist das gesamte Modell in einem Silberton, in meinem Fall Revell 90, lackiert. Ziel ist es die spätere Farbe mittels Fließ anzurauen oder mittels Skalpell abzukratzen und dadurch den Silbernen Untergrund hervor scheinen zu lassen. Anschließend folgt das übliche vorschattieren sämtlicher Blechstöße sowie Wartungsklappen was auch „Pre-Shading“ genannt wird. Als erstes werden das Rumpfband rot, die Motorunterseite dunkelgelb sowie die Flügelspitzen gelb lackiert um anschließend abgeklebt zu werden. Nach Auftragen der Standardfarben RLM 74,75 sowie 76 von Gunze-Sangyo wird das Modell mit einer Schicht Glanzlack von Tamiya´s X-22 lackiert um den Lack vor dem Washing zu schützen. Dieses wird mittels Ölfarben und Feuerzeugbenzin auf das gesamte Modell aufgetragen und nach wenigen Minuten mit einem Polierlappen in Flugrichtung abgerieben. Die Decals für die Maschine von Hauptmann Grislawski werden aus der Kagero Publikation Nr.14 entnommen. Um die Decals zu schützen und den Trägerrand zu minimieren werden diese nochmals mit Klarlack überzogen um auch diese separat mit Ölfarben „einzuschwärzen“.

Finish

Nach mattieren des gesamten Modells können, wie in meinem Fall, die Blechstöße sowie diverse Wartungsklappen noch mit hoch verdünnten schwarz-brauner Acrylfarben nachbehandelt werden. Abschließend werden noch Stellen an denen oft Öl ausgelaufen ist mit schwarzer Ölfarbe behandeln. Hierzu dient ein einfacher Flachpinsel mit dessen Hilfe die noch nicht getrocknete Farbe in Flugrichtung „gezogen“ wird. Zu guter letzt sind noch diverse Teile wie der Abwurftank, die Kabinenhaube, Antennen, Bewaffnungen usw. am fertigen Modell anzubringen um es schließlich fertig stellen zu können. <121, 196, h2>Fazit Wer dachte, mit der Fw 190 A-8 von Tamiya ist schon das maximale an Qualität und Originalgetreue erreicht, hat sich getäuscht. Diese von Eduard sollte jedoch das Absolut beste Modell der Fw 190 sein. Neben der A-8 kann sich der Modellbauer in Zukunft neben der A-5 noch auf weitere Varianten freuen!
(Text, Modell und Fotos: Oliver Peissl, Saarbrücken)