Revell Antonov An-124 "Ruslan" im Maßstab 1:144 - Autor: Thomas Moll
Entwicklung
Die "Ruslan" gilt immer noch als das grösste in Serie gebaute Flugzeug der
Welt.
Der Erstflug fand im Dezember 1982 statt. Gebaut wurden nur 56 Stück, für
russische Verhältnisse eine relativ geringe Anzahl.
Nach Auflösung der Sowjetunion übernahmen zivile Betreiber einen Teil
des militärischen Bestandes
und setzte ihn im Charterverkehr ein. Heute ist die AN-124 auf vielen
Flughäfen in
der ganzen Welt anzutreffen.Wer hätte schon vor 20 Jahren gedacht,dass
mal die
Bundeswehr ihre Ausrüstung mit Antonovs in Krisengebiete fliegen lässt!
Verglichen mit der C-5 Galaxy (Erstflug 1968) ist sie wegen des
ausladenden T-
Leitwerks der C-5 etwas kürzer, hat aber mehr Spannweite und vor allem
eine wesentlich höhere Nutzlast .
Das Modell
Zur grossen Freude der 144er-Gemeinde kündigte Revell einen Bausatz für
Sommer 2004 an. Erschienen ist er aber erst im Herbst 2005.
Wer mal in die Schachtel gekuckt hat,versteht auch warum:
Ein riesiges Modell mit reichhaltiger Inneneinrichtung ,5 verschiedenen
Öffnungskonfigurationen und 6 Abziehbildversionen. Und das in sehr guter Qualität.
Der Decalbogen setzt sich aus Hunderten von einzelnen Teilen zusammen.
Der Designer dieses Projektes war nicht zu beneiden.
Ich habe mich schliesslich für die Variante Volga-Dnepr entschieden,weil
man die am häufigsten zu Gesicht bekommt.
Thema Zusammenbau: Man sollte auf eine stabile Verklebung der Rumpfoberseite
mit dem Innenteil achten, um einem Aufbrechen der Naht beim späteren Hantieren vorzubeugen.
Die Rumpfhälften lassen sich mit der Bodenplatte nur schwierig vereinen.
Passproben ohne Kleber und Anwendung von Spachtelmasse sind unvermeidbar.
Des weiteren musste ich feststellen,dass der Bug, den ich geschlossen darstellen wollte,
nicht gut passte. Er war einfach zu schmal. Das Einziehen von spreizenden
Gussaststreben hat dieses Problem nicht ganz beseitigen können. Eine kleine
Stufe zum Rumpf hin ist geblieben.
Thema Fahrwerk: Man kann die Maschine waagrecht stehend oder in "knieender" Stellung bauen,d.h. mit abgesenktem Bugfahrwerk.
Die Räder sind zwar vorbildgetreu wiedergegeben, es fehlt aber eine Trennfuge zwischen
Reifen und Felge. So konnte ich meine Standard-Bemalungsmethode: Felge
spritzen, Reifen pinseln, Farbe in Rille laufen lassen nicht anwenden.
Man lackiert am besten das gesamte Rad anthrazit und spritzt die Felge anschliessend mit
einer Schablone silbergrau.
Bei 24 Stück eine mühsame Angelegenheit!
Für größere Bilder bitte auf die Fotos klicken!
Noch ein allgemeiner Tipp: Tragflächen ganz zum Schluss anbringen, das erleichtert die
Handhabung ungemein.
Farben und Schiebebilder: Mehrfach aufgetragenes Weiss von Gunze brachte ein gutes
Ergebnis. Das empfohlene light ghost gray (hier von xtra-colours) habe ich etwas aufgehellt.
Grundsätzlich kann man die Qualität der Abziehbilder als hervorragend bezeichnen.
Sie sind ausreichend dünn, flexibel und saugen sich förmlich an. Durch die verworrene Platzierung
auf dem Bogen findet man so manches Teil erst nach langem Suchen.Für einige Decals wie z.B.
eine Aufschrift Volga Dnepr sieht der Plan gar keine Stelle zum Aufbringen vor.Dies lässt sich
erst durch das Studium von Fotos klären (Seiten des Hecktors).
Die unzähligen kleinen Kreuze und Beschriftungen für die Flügel habe ich mangels stabiler Nerven
zum grössten Teil weggelassen.
Das prominente blau-weisse Band für Rumpf und Seitenleitwerk passt
leider nicht richtig, u.a. ist es zu kurz. Man kann sich aber durch Einfügen von übrig gebliebenem
Bandmaterial behelfen.
Nach 3 Monaten war das Werk schliesslich vollendet, und die Erholung von den Strapazen ist abgeschlossen.
Glückwunsch an Revell für die Auswahl des Objektes und das nicht zu überbietende Preis-Leistungsverhältnis.