Das Diorama "Normandie - Einsatzbesprechung" in 1:35 - Autor: Andreas Kadzioch

Bestandteile des Dioramas

Modell: Sd.Kfz. 182 "Königstiger" mit Porscheturm der Firma Dragon

Figuren: Dragon

Diorama: Eigenbau

Geschichtlicher Hintergrund:

Das Diorama stellt das Fahrzeug 334 der Pz.Abt. 501 dar und zeigt eine Szene in der Normandie im Jahr 1944 zur Zeit des D-Days. Das Fahrzeug steht in einer Hinterhaltstellung am Waldrand. In dieser Stellung ist es für die feindliche Luftaufklärung unsichtbar und somit auch vor Bombenangriffen relativ sicher. Dennoch steht es in einer sehr guten Stellung zur Bekämpfung feindlicher Panzer. Die Soldaten rundherum stammen von vielen Einheiten und ihre Uniform und Bewaffnung ist somit auch bunt gemischt. Dies war in den Endjahren des II. Weltkrieges auf deutscher Seite keine Seltenheit, da es an allen Fronten überall an etwas mangelte.

Der Bausatz:

Seit knapp einem halben Jahr ist der Bausatz des Königstigers mit Porscheturm bei der Firma Dragon erhältlich. Der Bausatz ist komplett neu konzipiert. Die Spritzlinge sind in hellgrauem Plastik gespritzt und enthalten rund 500 Teile. Dem Bausatz ist eine kleine Ätzplatine mit Gittermaterial für die Lüfter, Seil für die Abschleppseile und einem Decalbogen für zwei Fahrzeuge beigelegt. Außerdem ist dem Bausatz eine sehr gute Einzelgliederkette aus Spritzguss beigelegt. Die Bauanleitung besteht aus komplett in Farbe gehaltenen grafischen Abbildungen.

Der Zusammenbau:

Der Zusammenbau geht zügig vonstatten und beginnt bei der Unterwanne, an die das Schachtellaufwerk montiert wird. Weiter geht es mit Oberwanne und dem Turm. Entgegen der Bauanleitung habe ich die Kette erst nach der Lackierung angebracht. Der Bausatz besticht mit seinen sehr feinen Gravuren, die Schweißnähte sind sehr realistisch wiedergegeben und sogar die Schnittkanten der Panzerplatten sind sehr schön mit der rauen Struktur versehen, die entsteht, wenn Metall mit dem Schneidbrenner bearbeitet wird. Die Passgenauigkeit ist ebenfalls ausgezeichnet, die einzige Stelle, die ich verspachteln musste, befand sich am Turm unter der Kommandantenkuppel, an der eine Platte in die Seite des Turms eingelassen wird. Bei der Kanone kann man unter zwei Typen wählen. Ich habe mich für die entschieden, die auf Aufnahmen des Vorbilds meines Modells zu sehen war. Das Werkzeug, das auch sehr fein ist, habe ich auch erst nach der Lackierung angebracht. Die Seitenschürzen, die leider nur jeweils aus einem Teil bestehen, habe ich etwas dünner geschnitten, da sie mir zu dick erschienen und in Segmente unterteilt, damit mein Modell durch das Fehlen einiger Schürzen einen gebrauchten Eindruck macht. Ich habe auch ein paar Schürzen unter Einfluss von Wärme leicht verbogen. An den Stellen, an denen die Schürzen fehlen, habe ich kleine Rundprofile als Halterungen angeklebt. Am Modell sind alle Luken offen darstellbar, diese Option habe ich auch an einigen Luken genutzt. An der Luke des Richtschützen habe ich noch die Feststellhalterung aus schmalen Plastikstreifen nach Vorbildaufnahmen ergänzt. Der Notekscheinwerfer erhielt noch eine Leitung aus dünnem Draht, die ich ebenfalls nach Vorbildaufnahmen ergänzte.

Die Bemalung:

Das Modell wurde mittels Airbrush an den Kanten und Vertiefungen vorschattiert. Danach erfolgte ein Auftrag der Grundfarbe Panzer Oliv Grün (Modelmaster Original WWII Farben). Den Farbton habe ich mit Weiß stufenweise aufgehellt und habe so die Grundfarbe schrittweise aufgelockert. Als die Grundfarbe durchtrocknet war, begann ich mit dem Auftragen der dunkelgelben Tarnstreifen (Farbe ebenfalls Modelmaster "dunkelgelb"), den genauen Verlauf der Streifen entnahm ich wiederum Originalfotos und an Stellen, die nicht auf Fotos vertreten waren, sprühte ich nach meiner Vorstellung. Nach ausreichender Trocknungszeit sprühte ich in die gelben Streifen Humbrol Schokoladenbraun. Und zwar so, das rechts und links nur noch ein schmaler Streifen dunkelgelb zu sehen ist. Danach wurde der Panzer mit mattem Klarlack von Revell übersprüht und so für die Decals vorbereitet. Nach dem Auftragen der Balkenkreuze und der Turmnummern erfolgte ein weiterer Auftrag mit Klarlack. Ein anschließendes Washing mit Künstlerölfarben in den Farben Siena gebrannt, schwarz und ocker hebt die Vertiefungen vor. Ausgewählte Stellen wurden mit Grafit bearbeitet um Lackabrieb vorzutäuschen. Mit dunkelgrauer und silberner Farbe wurden Kratzer erzeugt, diese wurden an manchen Stellen mit Rostfarbe und Pastellkreiden "verrostet". Anschließend wurde der gesamte Panzer, vor allem das Laufwerk, mit Pastellkreiden verschmutzt und wieder mit mattem Klarlack besprüht. Das Finish ist zwar nicht vollkommen matt, aber es kommt der originalen Speckschicht auf Kettenfahrzeugen sehr nahe. Nach dem Dioramenbau wurde der Laufwerksbereich noch mit Erdfarben, die ich auch bei der Einfärbung des Erdbodens verwendete, verschmutzt.

Die Figuren:

Die Figuren stammen alle von Dragon und wurden laut Bemalungsanleitung bemalt. Dabei begann ich mit den Gesichtern und den Händen, die ich mit Humbrol Fleischfarbe lackierte und anschließend vollkommen mit Siena gebrannt bestrich, die ich wieder mit einen in Verdünnung getränkten Pinsel fast vollständig entfernte. So entsteht eine sehr realistische Tiefenwirkung. Danach bemalte ich die Augen und Haare. Die Uniform wurde, wie schon gesagt, laut Anleitung bemalt, so entstanden viele verschiedene Tarnmuster, welche ich entweder mit stark verdünnter schwarzer Revellfarbe, oder mit etwas aufgehellter Grundfarbe bearbeitete, um auch hier eine Tiefenwirkung zu erzielen. Anschließend wurde die zuvor bemalten Ausrüstungsgegenstände aufgeklebt und die Figuren wurden mit mattem Klarlack überzogen.

Das Diorama:

Zuerst habe ich einen nach oben hin offenen Holzkasten gebaut, den ich mit Styropor ausfüllte. Danach erfolgte eine erste Anpassung des Modells ins Gelände, um so feststellen zu können, an welche Stellen Geländeerhöhungen kommen. Die Geländeerhöhungen wurden ebenfalls aus Styropor ausgeschnitten und mit Gips an ihrem Platz fixiert. Danach wurde die gesamte Landschaft mit Gips überzogen. In den noch feuchten Gips wurden Ketten- und Fußabdrücke eingedrückt. Nach Durchtrocknung wurde das Bunkerloch und der Graben zum Bunkereingang ausgehoben. Der Bunker wurde direkt ins Diorama gegossen. Dies geschah folgendermaßen: Die Wände wurden mit Plastiksheet verschalt und mit Gips ausgegossen. Nach der Trocknung wurde die Oberfläche mit rauem Schleifpapier bearbeitet, um so die typische Betonstruktur zu erzeugen. In den Innenraum wurde ein Boden eingegossen. Das Dach ist eine Sperrholzplatte, welche mit Gips überzogen wurde und auch wie die Wände bearbeitet wurde. Das Treppenfenster entstand aus Plastikplatten, die ich jeweils mit einer größeren Aussparung in der Mitte versah und dann aufeinander klebte. Das Fenster wurde dann in den Bunker eingepasst und mit Revell Plasto fixiert. Der Bunker wurde mit Faller Straßenmalfarbe Beton bestrichen und nach dem trocknen mit einem Washing aus verdünnter Künstlerölfarbe in den Tönen rost und schwarz behandelt. Als der Bunker durchtrocknet war, wurden die Stellen, die später Erdboden darstellen sollen, mit Brillux Abtönfarbe 951, einen oliven Ton bestrichen. In die noch feuchte Farbe wurde gesiebte Gartenerde gestreut, die ich auch noch mit einen Holzleim-Wasser-Gemisch besprühte. An manchen Stellen wurde Vogelsand statt Erde benutzt, da dieser feiner ist. Nach vollständiger Durchtrocknung wurde der gesamte Untergrund mit verschiedenen Erdtönen (Rev. 86/87/89) eingefärbt. Es kam ein Washing mit stark verdünnter schwarzer Revellfarbe und ein Drybrushing mit Humbrol 187 hinzu. Auf diese Weise wurde der Untergrund aufgelockert und wirkt dreidimensionaler. Auf den mit Farbe behandelten Untergrund wurde an ausgewählten Stellen Woodland fine Turf in den Farben burned gras, earth und Wiese entweder als Bodendecker oder als Untergrund für das Heki Gras Flor aufgebracht. Danach wurde das Gras Flor in kleine Stücke gezupft und aufgeklebt. Der Baum entstand aus einem 10mm starkem Holzrundstab, der mit Milliput eingekleidet wurde. Danach wurden Löcher in den Stab gebohrt und in diese Löcher klebte ich Drahtstücke, die in Astform gebogen wurden. Der Draht wurde ebenfalls mit Milliput eingekleidet, so entstanden die Hauptäste des Baumes. Der Baum wurde anschließend graviert, sodass er die typische Rindstruktur erhielt und ein Astloch wurde aufmodelliert. Der Baum wurde in den selben Tönen lackiert wie der Erdboden, mit einer Ausnahme: ich verwendete Humbrol 86 Schokoladenbraun anstelle von Revell 86 Sand. Der Baum wurde noch mit schwarzer Farbe gewaschen, um die Rindstruktur zu betonen. Für die Belaubung verwendete ich Heki Blattwerk. Das Blattwerk wurde mit Draht um die Milliputäste gezwirbelt. Hier und da wurde noch ein Ast aus Blattwerk eingeklebt. Zum Schluss wurde das Diorama noch mit Gegenständen aus der Restekiste ausgestaltet, der Bunker mit Tarnnetzen aus Mullbinde abgetarnt und die Figuren angebracht.