Der Konstantinsbogen in 1:72 - Autor: Ralf Martin
Zur Historie
Der Konstantinsbogen ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke aus römischer Zeit. Er steht in unmittelbarer Nähe zum Colosseum an der Stelle, wo sich die vom Stadtor "Porta Capena" kommende Straße mit der Via Sacra traf. Es ist über 21m hoch und wurde zum Andenken an den Sieg des ersten christlichen Kaisers Konstantin (274-337) über seinen Konkurrenten Maxentius vom Senat und dem römischen Volk innerhalb von 2,5 Jahren (312-315) errichtet.
Bekanntlich besiegte Konstantin in einer Schlacht an der Brücke "Ponte Milvio" seinen Gegner, nachdem er eine Kreuzeserscheinung hatte( ein Engel mit Kreuz war ihm erschienen und sagte "in hoc signo vinces" - in diesem Zeichen wirst du siegen ). Maxentius ertrank dabei im Tiber. Damit war Konstantin Herrscher im wiedergeeinten Weströmischen Reich.
Die Schaffung dieses Triumphbogens war allerdings im Verständnis heutiger (und auch schon früherer) Kenner der römischen Architektur keine sonderlich herausragende Leistung, denn für ihn wurden zahlreiche Reliefs, Säulen, Medaillons, Skulpturen und Ideen von älteren Gebäuden verwendet. Teilweise wurden vorhandene Figuren so umgearbeitet, daß die Gesichter früherer Kaiser zu Konstantin paßten. Nachdem Konstantin im Jahre 324 nach seinem Sieg über den oströmischen Kaiser Licinius und dessen Ermordung zum letzten Kaiser des gesamtrömischen Reichs wurde und das Christentum zur Staatsreligion erhob, setzte er diese Wiederverwertung von Kunstschätzen weiter zur Ausgestaltung seiner in der Nähe von Byzanz neu errichteten Hauptstadt Konstantinopel (Einweihung 330) fort und er zeigte ein gewisses Desinteresse an der alten Hauptstadt Rom.
Auf dem Bogen befand sich wohl ursprünglich eine Quadriga aus vergoldeter Bronze, die aber vermutlich bei der Plünderung Roms im Jahre 410 durch die Truppen Alarichs verschwand, spätestens jedoch während der nächsten Plünderung im Jahre 455 durch Geiserich.
Das Modell
Bei dem Modell handelt es sich um einen Papierbausatz der italienischen Firma Domus im Maßstab 1:70.
Daß die Teile vorgestanzt sind, erleichtert den Zusammenbau nicht unbedingt, da die gestanzten Kanten und Falze nicht so exakt liegen und damit Paßprobleme und Unsauberkeiten entstehen. Der Zustand des Modells zeigt den Bogen, wie er heute aussieht.
Allerdings sind die meisten Beschädigungen nicht herausgearbeitet, sondern nur durch aufgedruckte dunkle Felder (herausgebrochene Steine) dargestellt. Somit kann man ihn auch als Objekt in frühere Epochen (zumindest nach 410 - Verlust der Quadriga) einsetzen.
Die Bauanleitung ist sehr gut und kann selbst von Anfängern leicht nachvollzogen werden. Ich habe eine Grundplatte mit einer Passenden Belagstruktur versehen und den Bogen darauf gestellt. Mit ein paar passenden Figuren römischer Zivilisten kombiniert (Zinnfiguren von Jörg Schmähling), ergibt sich ein ein ganz netter Eindruck.